Oslo – Auf den Spuren von Edvard Munch
Shownotes
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00:00:05: Places to go.
00:00:10: Bei Places
00:00:11: To Go, dem Podcast der Reiseplattform plazy.travel, da stellen wir euch ja immer besondere Orte auf der ganzen Welt vor – eben so richtige Places-to-go und das machen wir auch im doppelten Wortsinn to go nämlich ganz einfach zu mitnehmen.
00:00:26: Keine Folge ist bei uns länger als zehn Minuten und ihr bekommt darin auch immer zum einen natürlich praktische Tipps für eure Reise aber natürlich auch diese Diese spannenden Hintergrundgeschichten, die einen bestimmte Ort noch mal mit anderen Augen sehen lassen.
00:00:40: Mein Name ist Inka Schmeling
00:00:41: und ich bin Katrin Sander und heute geht es hier bei uns nach Oslo in Norwegens Hauptstadt.
00:00:46: Das ist Oslo übrigens schon richtig lange seit twelvehundertneunundneinzig allerdings unterbrochen durch die dänische Herrschaft.
00:00:54: Ja und fieserweise hat der dänischen König das war einer von diesen vielen Christians Oslo sogar noch umbenannt in Christiania.
00:01:02: Stimmt, aber das konnte Oslo nichts anhaben!
00:01:04: Es ist eine sehr, sehr coole, sehr lebenswerte Metropole.
00:01:08: von den insgesamt fünf Komma sechs Millionen Menschen in Norwegen legt jeder fünfte oder um Oslo also insgesamt etwa eins Komma zwei Millionen.
00:01:18: diesen Sommer da bin ich schon zum zweiten mal mit meiner Familie ein paar Tage in Oslo gewesen als.
00:01:22: wir sind echt eh schon große Fans dieser Stadt und das ist nur noch stärker geworden.
00:01:28: Denn als wir da waren, der lief gerade Norwings letztes WM-Spiel gegen England.
00:01:35: Oh ja!
00:01:35: Das war ein Nervenkitzel und am Ende hat England leider knapp gewonnen.
00:01:40: Ja
00:01:40: aber Sieger der Herzen war eindeutig Norwegen würde ich sagen vor allem natürlich wegen der Fans und ihrer legendären Ruder Anfeuerungskoreografie.
00:01:51: Das gab es ja dann sogar noch in allerletztes Mal, als die Mannschaft zurückkehrte.
00:01:55: Neunzigtausend Menschen haben sich hier vor dem Schloss in Oslo getroffen und Hakon war damals noch Kronprinz.
00:02:02: Inzwischen ist sein Vater Harald Ja verstorben und er ist offiziell König von Norwegen.
00:02:07: Der schlug selbst die Trommel und das klang dann so...
00:02:19: Also ein Oslo-Gänsehautmoment auf jeden Fall!
00:02:22: Und mit diesem emotionalen Gegenwort Sound wenden wir uns jetzt dem Künstler zu, der Gefühle wie ja kaum ein anderer auf seine Leinwände gebannt hat.
00:02:32: Ein Künstlert, der selbst mal gesagt hat er wolle Menschen malen die Atmen fühlen leiden und lieben.
00:02:39: Und leiden & Lieben das war eng verbunden bei ihm bei Edward Munk.
00:02:43: im Dezember, eighteen dreiundsechzig wurde Edward Munch auf einem Hof Stück außerhalb des heutigen Oslo geboren, aber schon im Jahr später zog die Familie Munk in die Hauptstadt.
00:02:53: Und welche Orte hier in Oslo für diesen Ausnahmemaler besonders wichtig geworden sind?
00:02:59: Darum geht es jetzt bei Places to Go!
00:03:06: Die Familie Mung zog deswegen nach Oslo weil der Vater, der war Arzt zum Chorarzt an der Festung Ackershus ernannt worden war.
00:03:14: Der war da schon siebenundvierzig etwa Mungsmutter eine Kaufmannstochter.
00:03:18: Die war deutlich jünger, siebenunzwanzig Alte ist sie leider nicht geworden.
00:03:23: Mit einund dreißig, da starb sie an Tuberkulose.
00:03:26: Etwas Monk war gerade erst fünf Jahre alt und die jüngere Schwester der Mutter hat sich dann um die inzwischen fünf Kinder gekümmert.
00:03:34: Monk hatte nämlich neben einer älteren Schwester auch noch drei jüngeren Geschwister.
00:03:39: Das war insgesamt wirklich eine... Ja, eine harte Kindheit.
00:03:42: Denn obwohl der Vater Arzt war, war er wirklich alles andere als wohlhabend.
00:03:47: und zu den prekären finanziellen Verhältnissen.
00:03:50: da kam noch dazu dass dieser Vater wirklich super streng gewesen sein muss sehr religiös auch psychisch tatsächlich sehr labil.
00:04:00: Dass die Familie ganz oft umgezogen ist hat es nicht einfacher gemacht.
00:04:04: Als Edward Munk ungefähr zwölfer Da zogen sie in das Viertel grüner Löcker.
00:04:09: Das ist heute so etwas wie der Prenzlauer Berg von Oslo.
00:04:12: Also viele Gründerzeithäuser, historische Fabrikhallen, Cafés, Boutiques, Vintage Shops und man kann heute gerade in der Marquain oder auch in der Torwald Meyers Garte so richtig schön bummeln und shoppen.
00:04:25: aber damals zum Mungszeiten da war das ein echtes... ein enges, schmutziges Arbeiterviertel am Flussarker Selva mit vielen Fabriken stinkenden Schloten.
00:04:37: Und in diesem eh schon tristen Setting da erlebte Edvard Munch dann nach dem frühen Tod der Mutter auch gleich noch den nächsten Schicksalsschlag als er dreizehn war.
00:04:47: Da starb seine ältere Schwester Sophie.
00:04:50: die war gerade fünfzehn und seine absolute Lieblingsschwester und die starb ebenfalls an Tuberkulose.
00:04:55: Krankheit, Wahnsinn und Tod waren die schwarzen Engel, die über meiner Wiege standen.
00:05:00: Das hat Edward Mung selbst über seine Kindheit gesagt aber er hat eben aus diesem Leid von dieser Düsternis große Kunst gemacht.
00:05:09: und diese Erinnerungen an die Krankheit und den Tod seiner Schwester hat er in zwei eindrucksvollen Gemälden festgehalten wo in Oslo du diese Werke noch mehr Kunst sehen kannst Aber auch an welchen Orten Mungsinspiration nachvollziehen kann, zum Beispiel zum Schrei.
00:05:26: Darum geht's jetzt!
00:05:32: Der definitiv wichtigste Ort um Mungskunst zu sehen der ist seit Jahrzehnteinundzwanzig natürlich das Munkmuseum im neuen Hafenviertel Björvika.
00:05:41: Das liegt gleich neben der Oper.
00:05:44: ein Haus mit dreizehn Stockwerken und das mitten im Stadtzentrum.
00:05:48: für nur einen Künstler gibt es wirklich nicht so oft auf der Welt.
00:05:53: aber Oslo hat natürlich auch hier Ja, so einen richtigen Schatz zu zeigen.
00:05:58: Denn nach seinem Tod, aus dem Jahr nineteenhundertvierzig hat Munk der Stadt seinen gesamten Nachlass vermacht.
00:06:05: Das waren fast achtundzwanzigtausend Kunstwerke und über zweiundvierzichtausend persönliche Gegenstände.
00:06:12: Selbst in diesem mega riesigen Haus ist das natürlich nicht alles gleichzeitig zu sehen.
00:06:16: es gibt elf Galerierräume.
00:06:18: da wird immer mal wieder gewechselt wobei einige Räume wirklich passgenau für bestimmte Werke von Munks angelegt worden sind.
00:06:26: Zum Beispiel im sechsten Stock, da könnt ihr die riesigen Wandgemälde sehen, die Munk für die Universitätsauler geschaffen hat.
00:06:33: Der Schrei ist natürlich auch zu sehen Im vierten Stock bzw.
00:06:37: man muss eigentlich besser sagen drei verschiedene Versionen des Schreis.
00:06:41: Die werden hier immer rotierend gezeigt Jede Stunde und wenn besonders hohe Andrang ist auch mal jede halbe Stunde, da ist eine andere Version zu sehen.
00:06:50: Es gibt einmal ne Farbstiftzeichnung einen schwarz-weiß Druck und eingemeldet in Temperer und Öl.
00:06:56: Munk hat insgesamt vier farbige Hauptversionen von diesem berühmten Motiv gemacht und dazu noch eine Litographie von der er dann wiederum rund dreißig Schwarz-Weißdrucke genommen hat.
00:07:06: Ja, und wenn ihr euch jetzt fragt was ist das Original?
00:07:08: Diese Ur-Version von Achtzehn drei neunzig.
00:07:11: Die ist im Munkmuseum nicht ausgestellt sondern im Munksaal des Nationalmuseums.
00:07:17: Das zeigt auch nochmal achtzehn besonders wichtige Werke von Edward Munch Unter anderem auch eine frühe Version von das kranke Kind.
00:07:24: Das ist das Bild, in dem er den Tod seiner Schwester dokumentiert.
00:07:28: Das Nationalmuseum ist gar nicht so weit weg vom Munk-Museum.
00:07:31: Es ist nur ein schöner halbstündiger Spaziergang immer an der Hafenpromenade entlang und vorbei zum Beispiel an der alten Festung Arcasus, in der Mungsvater eins als Arzt gearbeitet
00:07:42: hat.".
00:07:43: Der Schrei war für Munk ja auf jeden Fall so ein echtes Schlüsselmotiv – es hat ihn offensichtlich immer wieder beschäftigt!
00:07:50: zwischen seinen verschiedenen Versionen, da liegen bis zu siebzehn Jahre.
00:07:54: Und es hat ihn auch schon damals wirklich weltweit berühmt gemacht und tut das ja auch noch heute.
00:08:00: Also ich meine wie viele Kunstwerke haben es geschafft zum Emoji zu werden!
00:08:06: Monk
00:08:06: zeigt darin, was wir auch heute noch sehr gut nachempfinden können.
00:08:11: Nämlich diese tiefe Isolation und auch so eine existenzielle Angst in der modernen Welt.
00:08:17: Das ist ja wirklich ne Panikattacke die Monk da gemalt hat.
00:08:22: Inspiriert zu diesem Bild wurde er auf einem abendlichen Spaziergang mit zwei Freunden hoch auf den Eckeberghügel im Osten von Oslo.
00:08:30: Und heute, wenn man da langläuft dann sieht man in der Wegkurve einen leeren Bilderrahmen.
00:08:35: durch den kann man dann genau so auf Oslo schauen wie damals Munk auf die Stadt gesehen hat.
00:08:40: Die Sonne ging gerade unter Der Himmel war blutrot tief dunkel.
00:08:46: Und da fühlte er, so hat er das später in seinem Tagbuch selbst beschrieben ein großes unendliches Geschrei durch die Natur
00:08:53: gehen.".
00:08:54: Ja und das ist mir übrigens erst jetzt bei der Auseinandersetzung mit Mungen wirklich bewusst geworden dass ja nicht die Person im Vordergrund des Bildes schreit sondern dass diese Person den Schrei der Natur hört und dadurch eben in Panik Augen-und Mund aufreist.
00:09:10: Der Ort von Munchs Panikattacke, der ist heute übrigens ausgesprochen friedlich.
00:09:15: Das ist ein ziemlich steiler Weg hoch auf dem Eckeberg mit echt immer wieder richtig schönen Ausblicken auf Oslo und zwischendurch auch mal wieder verschiedenen Skulpturen.
00:09:23: hier ist ein richtiger Skulpturpark.
00:09:25: Das ist was, was in Oslo wirklich richtig gut geht.
00:09:27: Du kannst sowohl Munchs Kunst anschauen aber eben auch die Orte, die ihn inspiriert haben.
00:09:33: und damit verabschieden wir uns von Munch aus Oslo.
00:09:36: und nächste Woche geht es hier bei Places to Go an Die Elbe bei Dresden in eines der kleinsten deutschen Weinbaugebiete.
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